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Was bringt mir eigentlich
vegane Ernährung?

von Karin Hock

29.08.2019

Alle Fakten über das Für und Wider ein Veganer zu werden.

Eine Freundin, die sich vegan ernährt, ein Restaurantbesuch mit veganen Gerichten auf der Speisekarte oder die Reportage über vegane Kosmetikprodukte, wir alle werden immer häufiger mit dem Thema vegane Ernährung konfrontiert. Wer es noch nicht genau weiß: Ein Veganer verzichtet beim Essen auf alle tierischen Produkte, ernährt sich also ausschließlich von pflanzlichen Lebensmitteln.

Der Vegetarier dagegen isst außer pflanzlichen Produkten auch noch Milchprodukte wie beispielsweise Joghurt, Käse und Quark. Wichtig ist generell sich vollwertig zu ernähren und darauf zu achten, dass der Körper alle wesentlichen Baustoffe, Mineralien und Vitamine erhält. Weißmehl und zuckerhaltige Softdrinks sind z.B. auch vegan, aber deshalb nicht gesund.

Inzwischen ernähren sich fast 10 Prozent der deutschen Bevölkerung fleischlos. Und es gibt mehrere Gründe, warum eine vegane oder zumindest fleischlose Nahrung sinnvoll ist.

Vegan essen den Tieren zuliebe.

Wem der Tierschutz am Herzen liegt, dem fällt die Entscheidung für eine vegane Ernährung leicht. Nach wie vor ist die Nutztierhaltung nicht artgerecht. Fakt ist, dass während der Aufzucht und Haltung, dem Transport und der Schlachtung den Tieren viel Leid widerfährt. Deswegen entscheiden sich nicht wenige Veganer diese Prinzipien so weit es geht auch auf andere Lebensbereiche wie Kleidung und Kosmetika auszuweiten.

Vegan essen der Umwelt zuliebe.

Ein anderer wichtiger Grund ist unsere Umwelt. Laut wissenschaftlichen Studien beträgt der Anteil der Landwirtschaft rund 30 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase. Den größten Anteil davon verursacht die Tierhaltung. Durch vegane Ernährung kann der Ausstoß der Treibhausgase Methan und Lachgas deutlich reduziert werden. Ein wichtiger Effekt, der sich auch auf unsere Gesundheit auswirkt.

Vegan essen der Welternährung zuliebe.

Durch pflanzliche Ernährung trägt man auch zur Sicherung der Welternährung bei, denn die Tiermast ist sehr ineffizient und verschwendet Unmengen Getreide und Soja. Die landwirtschaftlichen Flächen, die für Tierfutter verwendet wurden, wären wieder für menschliche Nahrung zu nutzen.

Vegan essen der eigenen Gesundheit zuliebe.

Im Vordergrund bei der Wahl der Ernährung steht natürlich der Wunsch nach der eigenen Gesundheit. Es gibt inzwischen viele wissenschaftliche Studien, die sich damit auseinandergesetzt haben, ob die vegane Ernährung tatsächlich einen so positiven Effekt auf die Gesundheit hat. So ist laut der Albert Schweitzer Stiftung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Übergewicht bei Veganern deutlich geringer als bei Menschen, die viel Fleisch und Fleischprodukte, wie Wurst und Geräuchertes, zu sich nehmen.

Die Adventist Health Study 2 der Loma Linda Universtität in Kalifornien hat folgendes ergeben: Veganer haben einen um fünf Einheiten niedrigeren BMI (Body Mass Index).Vegetarier und Veganer sind weniger insulinresistent als Nicht-Vegetarier. Veganer haben am wenigsten Bluthochdruck und das geringste Risiko für Typ-2-Diabetes.

Fest steht, dass schlanke Menschen häufiger regelmäßig Sport machen und bewusster essen. Bewegung und das Weglassen von Fleisch wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte, die Hauptbestandteile der veganen Ernährung sind, können das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und die Gehirnfunktionen verbessern. Die Cholesterinwerte im Blut verbessern sich bei Veganern, da sie eine höhere Zufuhr von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu sich nehmen. Diese günstigeren Blutfettwerte und selteneres Übergewicht senken das Risiko für Bluthochdruck, Schlag-anfall und Herzinfarkt.

Gibt es nichts was gegen vegane Ernährung spricht?

Doch! Durch eine rein vegane Ernährung können durchaus erhebliche Probleme bei der Versorgung mit Vitamin B12 entstehen. Dieses Vitamin befindet sich hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln, also Fisch, Fleisch, Eier und in geringeren Mengen in Milchprodukten. Vitamin B12 ist u.a. sehr wichtig für Stoffwechselvorgänge, insbesondere des Nervensystems, sowie für die Blutbildung und Entgiftung. Wer keine tierischen Lebensmittel zu sich nimmt, kann außerdem riskieren, dass es zu einem Mangel von Eisen, Kalzium, Zink und Jod kommt. Wer sich vegan ernähren will, sollte sich daher regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen. Dieser kann anhand eines gezielten Bluttests sehr schnell feststellen, ob diese wichtigen Nährstoffe im Normbereich liegen. Sollte dies der Fall sein, kann man gezielt Defizite durch Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten ausgleichen bzw. innerhalb der veganen Ernährung Lebensmittel, z.B. Nüsse und Spinat, zu sich nehmen, die mithelfen den Mangel auszugleichen.

Zusammenfassend kann man also feststellen, dass die Vorteile einer veganen Ernährung überwiegen, und dadurch eventuell entstehende Nährstoffe-Defizite ausgeglichenwerden können.

Schon Albert Einstein sagte vor Jahrzehnten:„Nichts wird die Gesundheit der Menschen und die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung“. Würde Einstein heute leben, würde er diesen Satz sicherlich zu Gunsten der veganen Ernährung ändern, denn heute kann man sich ganz ohne tierische Produkte sehr abwechslungsreich und gesund ernähren und damit seine Lebensqualität deutlich verbessern.